Aachen: Probleme mit öffentlichen Treppenliften

In Aachen ist man bereit für die barrierefreie Gestaltung der Stadt. So wurde am Internationalen Zeitungsmuseum (IZM) ein gläserner Aufzug installiert, der mobilitätseingeschränkten Menschen den Zugang ermöglichen soll.

Leider fand sich für dieses lobenswerte Projekt kein Sponsor, weshalb die Stadt die Kosten von 233.000 Euro nun selbst aufbringen muss und dafür den Steuerzahler zur Kasse bittet. Ein solches Vorgehen ist kein Einzelfall in Aachen: Auch der Treppenlift an der Domschatzkammer bereitet Ärger. Er soll Rollstuhlfahrer von Etage zu Etage befördern – soweit jedenfalls die Theorie. Praktisch ist ein solcher Transport dagegen kaum realisierbar, weil es an entsprechend ausgebildetem Personal fehlt. „Nicht jeder unserer Mitarbeiter traut sich zu, den Treppenlift mit Rollstuhlfahrern zu bedienen“, äußerte der Leiter Dr. Georg Minkenberg gegenüber der Aachener Zeitung. Im Januar schließt die Domschatzkammer wegen dem Einbau einer neuen Klimaanlage, dann wird man die Zeit zum Nachschulen nutzen, verspricht er.

Bereits vor einigen Jahren wurde das Museum als erstes Museum der Stadt mit einem barrierefreien Zugang ausdrücklich gelobt. Die Vorsitzende der Kommission barrierefreies Bauen der Stadt, Caline Strack, übt allerdings Kritik daran, dass überhaupt spezielles Personal zur Bedienung des Liftes benötigt wird. Moderne Treppenlifte lassen sich durch so genannte Euro-Schlüssel selbstständig von Rollstuhlfahrern bedienen. Bei den zwei neu geplanten Treppenliften an der Rathaustreppe wird diese Technik vorhanden sein. Die Zusatzkosten dafür belaufen sich auf 32.000 Euro. Anfangs sollte ein gläserner Aufzug gebaut werden, doch von ihm wurde aus Kostengründen abgesehen.

Für den Januar ist die Realisierung der beiden Lifte geplant. Im gleichen Zeitraum erfolgt die Komplettierung des gläsernen Aufzugs am IZM. Hier muss eine millimetergenaue Anpassung der Aufzugsscheiben an das historische Mauerwerk vorgenommen werden. Eine mehrfache Umplanung des Aufzugs wegen Funden aus der römischen Zeit hatte einen erheblichen Zeitverzug zur Folge. Ferner erhöhten sich die Kosten dadurch.

Mit einer finanziellen Mehrbelastung wäre auch ein Aufzug für die Burg Frankenberg verbunden gewesen. Laut Kalkulation hätte man mit 215.000 Euro rechnen müssen. Daher entschied man sich für einen Kompromiss: Jeder Raum im Erdgeschoss wird nun barrierefrei gestaltet, ein Treppenlift und ein Behinderten-WC für 70.000 Euro sind vorgesehen. Geplant ist der Umbau zu einem Bürgerzentrum mit Multifunktionsräumen und einem Restaurant.

Posted under Treppenlift von admin on Donnerstag 5 Januar 2012 at 10:48

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